Saal des Kaiserlichen Rats
Der Saal des Kaiserlichen Rats, bekannt als Divan-ı Hümayun oder Kubbealtı, steht unter dem Turm der Gerechtigkeit.
Hier berieten die höchsten Beamten des Reiches über Feldzüge, Steuern, Rechtsstreitigkeiten, diplomatische Beziehungen, Provinzverwaltung und die Besetzung hoher Ämter.
Die Sitzungen leitete gewöhnlich der Großwesir, nicht der Sultan. Weitere Teilnehmer waren Wesire, Militärrichter, Schatzmeister und die für den amtlichen Schriftverkehr zuständigen Beamten.
Der Saal besteht aus einer Folge von Kuppelräumen, die sich über einen Säulenportikus zum Hof öffnen. Für Minister, Schreiber und die Hüter der Regierungsdokumente und Staatsregister gab es getrennte Bereiche.
Das Gebäude entstand erstmals unter Mehmed dem Eroberer und wurde im 16. Jahrhundert stark verändert. Spätere Reparaturen und Umgestaltungen spiegeln seine anhaltende Bedeutung in der osmanischen Verwaltung.
Das Lauschfenster des Sultans
Der Sultan konnte die Ratssitzungen hinter einem vergoldeten Gitter hoch in der Wand verfolgen.
Die Beamten im Saal wussten nicht immer, ob der Sultan zuhörte. Das Fenster war daher eine dauernde Erinnerung daran, dass der Rat seine Befugnis in seinem Namen ausübte und der Aufsicht des Herrschers unterstand.
Nach wichtigen Sitzungen konnten Minister durch das Tor der Glückseligkeit gerufen werden, um ihre Beschlüsse dem Sultan im Audienzsaal unmittelbar vorzutragen.




















